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Lektion 4.2 Nebenwetten und Mythen

Black Jack Systeme: Martingale ändert den Hausvorteil nicht

Nach dieser Lektion wissen Sie, warum kein Einsatzsystem den Hausvorteil beim Blackjack senkt. Sie können erklären, was die Martingale-Strategie mit Ihren Einsätzen macht. Sie bringt viele kleine Gewinne und seltene große Verluste, die am Tischlimit enden.

Jeder Einsatz hat denselben Hausvorteil

Der Hausvorteil ist der Anteil jedes Einsatzes, den das Casino im Durchschnitt behält. Mit Basisstrategie (der Tabelle mit dem besten Spielzug für jede Hand) und Standardregeln sind das etwa 0,62 %.

Dieser Anteil gilt für jeden einzelnen Einsatz. Die Höhe des Einsatzes spielt keine Rolle.

  • Sie setzen 10 €: Das Casino behält im Durchschnitt 0,62 % davon.
  • Sie setzen 20 €: Das Casino behält im Durchschnitt wieder 0,62 % davon.
  • Sie setzen nach einem Verlust mehr: Auch dieser Einsatz hat einen Hausvorteil von 0,62 %.

Die Karten wissen nicht, wie viel Sie gesetzt haben. Darum kann keine Reihenfolge von Einsätzen den Hausvorteil ändern.

Mehr dazu lesen Sie unter Hausvorteil beim Blackjack.

So funktioniert die Martingale-Strategie

Bei der Martingale-Strategie setzen Sie nach jedem Verlust doppelt so viel wie vorher. Nach einem Gewinn gehen Sie zurück zum Starteinsatz.

Das ist nicht der Spielzug Verdoppeln, sondern nur die Höhe des nächsten Einsatzes.

Die Tabelle zeigt eine Verlustserie mit 1 € Starteinsatz und einem Tischlimit von 10 €. Das Tischlimit ist der höchste Einsatz, den der Tisch erlaubt.

RundeEinsatzVerlust vor dieser RundeErgebnis, wenn diese Runde gewinnt
11 €0 €+1 €
22 €1 €+1 €
34 €3 €+1 €
48 €7 €+1 €
516 € – über dem Tischlimit15 €nicht erlaubt
Tipp von Victoria

Schauen Sie auf die letzte Zeile: Jeder Gewinn bringt nur 1 €, aber vier Verluste in Folge kosten 15 € auf einmal.

Die vielen kleinen Gewinne fühlen sich gut an. Im Durchschnitt verlieren Sie trotzdem 0,62 % von allem, was Sie setzen.

Im echten Spiel kommen Unentschieden, Blackjacks mit 3:2 und Verdoppeln dazu. Die Rechnung wird komplizierter, am Hausvorteil ändert das nichts.

Spielen Sie eigene Serien im Martingale-Rechner durch.

Die Karten bestimmen den Spielzug, nicht der Einsatz

Ein Einsatzsystem sagt Ihnen nur, wie viel Sie setzen. Wie Sie die Hand spielen, entscheidet weiter die Basisstrategie.

Harte 16 (eine Hand ohne Ass, das als 11 zählt) gegen eine 10 als offene Karte des Dealers: Nach Standardregeln (6 Decks, der Dealer zieht auf weiche 17 und prüft auf Blackjack) nehmen Sie eine Karte. Das gilt bei einem kleinen Einsatz genauso wie bei einem hohen Einsatz.

Hart 16 – der Zug laut Tabelle gegen jede offene Karte des Dealers (US-Regeln: 6 Decks, Dealer zieht auf Soft 17, Dealer prüft auf Blackjack)
2345678910A
SSSSSHHHHH

Bei hohen Martingale-Einsätzen fehlt oft das Geld zum Teilen oder Verdoppeln. Ein Paar Achten teilen Sie nach diesen Regeln gegen jede offene Karte des Dealers.

Paar 8,8 – der Zug laut Tabelle gegen jede offene Karte des Dealers (US-Regeln: 6 Decks, Dealer zieht auf Soft 17, Dealer prüft auf Blackjack)
2345678910A
PPPPPPPPPP

Zum Teilen brauchen Sie einen zweiten Einsatz in gleicher Höhe. Wer dann nicht teilt, weicht von der Basisstrategie ab und spielt teurer.

Tipp von Victoria

Prüfen Sie die Regeln Ihres Tisches. Die Tabelle für andere Regeln finden Sie unter Blackjack-Tabelle.

Andere Systeme: dasselbe Ergebnis

Es gibt viele Black Jack Systeme. Alle ändern nur die Höhe der Einsätze.

  • Martingale: Einsatz nach einem Verlust verdoppeln. Viele kleine Gewinne, seltene sehr große Verluste.
  • Umgekehrte Martingale (Paroli): Einsatz nach einem Gewinn verdoppeln. Viele kleine Verluste, seltene große Gewinne.
  • Stufensysteme: Einsatz nach einem Verlust um eine Einheit erhöhen, nach einem Gewinn um eine Einheit senken. Kleinere Schwankungen, gleicher Hausvorteil.
  • Zahlenfolgen: Die Einsätze folgen einer festen Reihe. Auch hier hat jeder Einsatz einen Hausvorteil von 0,62 %.

Je mehr Sie insgesamt setzen, desto mehr verlieren Sie im Durchschnitt. Warum einzelne Sitzungen trotzdem stark schwanken, zeigt die Lektion Warum Sitzungen schwanken.

Tipp von Victoria

Legen Sie vor dem Spiel fest, wie viel Sie höchstens ausgeben. Kein System ersetzt dieses Limit, und Hilfe finden Sie unter Verantwortungsvolles Spielen.

Im Trainer unten üben Sie die Basisstrategie.

Übung: 25 Hände

Nur Hände aus dieser Lektion. Regeln: US-Tisch, 6 Decks, Dealer zieht auf Soft 17. Es zählt Ihre erste Antwort.

DEALER ZEIGT
IHRE HAND

Die Lektion auf einer Karte

  • Jeder Einsatz hat denselben Hausvorteil von etwa 0,62 %, egal wie groß er ist.
  • Martingale: Einsatz nach jedem Verlust verdoppeln, nach einem Gewinn zurück zum Starteinsatz.
  • Ergebnis: viele kleine Gewinne und seltene große Verluste am Tischlimit.
  • Kein Einsatzsystem senkt den Hausvorteil. Es verteilt Gewinne und Verluste nur anders.
  • Den Spielzug bestimmt immer die Basisstrategie, nicht die Höhe des Einsatzes.

Testen Sie sich

1. Was macht die Martingale-Strategie mit dem Hausvorteil?

Sie senkt ihn, weil ein Gewinn alle Verluste zurückholt.

Nicht ganz. Ein Gewinn holt die Verluste nur zurück, wenn Sie das Tischlimit nicht erreichen. Jeder Einsatz hat weiter denselben Hausvorteil.

Er bleibt gleich: Jeder Einsatz hat etwa 0,62 %.

Richtig. Die Karten hängen nicht von Ihrem Einsatz ab, darum hat jeder Einsatz denselben Hausvorteil.

Sie verdoppelt den Hausvorteil.

Nicht ganz. Der Hausvorteil als Anteil bleibt gleich. Höhere Einsätze bedeuten nur, dass Sie insgesamt mehr Geld setzen.

2. Sie spielen Martingale mit 1 € Starteinsatz und 10 € Tischlimit. Sie verlieren vier Runden in Folge. Was passiert?

Sie setzen 16 € und holen alles mit dem nächsten Gewinn zurück.

Nicht ganz. 16 € liegt über dem Tischlimit von 10 €. Dieser Einsatz ist nicht erlaubt.

Der nächste Einsatz wäre 16 €, das Tischlimit erlaubt ihn nicht, und 15 € sind verloren.

Richtig. Die Serie endet am Tischlimit, und die Verluste der vier Runden bleiben bestehen.

Nach so vielen Verlusten muss jetzt ein Gewinn kommen.

Nicht ganz. Die Karten haben kein Gedächtnis. Frühere Verluste machen den nächsten Gewinn nicht wahrscheinlicher.

3. Sie setzen nach einer Verlustserie gerade 8 € statt Ihres Starteinsatzes von 1 €. Sie haben harte 16, der Dealer zeigt eine 10 (Standardregeln). Was tun Sie?

Stehen, weil der Einsatz so hoch ist.

Nicht ganz. Die Höhe des Einsatzes ändert den Spielzug nicht. Nach Standardregeln stehen Sie mit harter 16 nur gegen 2 bis 6.

Eine Karte nehmen, genau wie bei 1 €.

Richtig. Nach Standardregeln nehmen Sie mit harter 16 gegen 7 bis Ass eine Karte, egal wie viel Sie gesetzt haben.

Eine Karte nehmen nur bei kleinen Einsätzen, sonst stehen.

Nicht ganz. Die Basisstrategie kennt keinen Unterschied nach Einsatzhöhe. Der beste Spielzug hängt nur von den Karten ab.